Was ist eine Histaminunverträglichkeit - Histaminose – Histaminintoleranz?

Eine Histaminintoleranz (kurz: HIT) oder auch Histaminose genannt, ist eine Unverträglichkeitsreaktion auf das mit der Nahrung aufgenommene Histamin.

Histamin ist ein biogenes Amin.
Es ist der Stoff, der bei einer allergischen Reaktion im Körper freigesetzt wird. Er ist für die unangenehmen und die gefährlichen Symptome verantwortlich.
Histamin selbst ist farb-, geruch- und geschmacklos. In der Nahrung entsteht es, wenn Nahrungsmittel reifen oder gären. Besonders hochkonzentriert kommt es in Fisch, Wurst, alkoholischen Getränke, Gemüse und Hefeprodukten oder eben Käse vor.

Mangel am abbauenden Enzym Diaminoxidase
Histamin wird über das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Enzyme sind Eiweissmoleküle die als Katalysatoren im Stoffwechsel tätig sind.

Die Symptome einer Histaminintoleranz treten immer dann auf, wenn zu viel Histamin in die Blutbahn gelangt. Nach dem Verzehr von histaminhaltigen Nahrungsmitteln wird das Histamin normalerweise im Darm abgebaut. Besteht jedoch ein Mangel des abbauenden Enzyms, gelangt das überschüssige Histamin ins Blut und löst dort die allergieähnlichen Symptome aus.

Die Ursache für die Histaminintoleranz ist das gestörte Histamingleichgewicht. Es besteht ein Missverhältnis zwischen im Körper vorhandenen Histamin und der Fähigkeit des Organismus, dieses abzubauen.

Histaminose ist keine Allergie
sondern eine Unverträglichkeit oder Pseudoallergie. Sie kann daher mit herkömmlichen Allergietests nicht diagnostiziert werden, da es nicht zu einem Anstieg der Antikörper im Blut kommt.

Man schätzt, das mindestens 1 % der Bevölkerung unter dem Krankheitsbild der Histaminose leidet, wobei 80 % der Erkrankten weiblich sind.

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Wie gelangt das Histamin in den Körper?

Neben der normalen körpereigenen Produktion nehmen wir Histamin auch durch Nahrung auf. Histamin befindet sich in allen Lebensmitteln. Einige Lebensmittel enthalten jedoch überdurchschnittlich viel Histamin. Dies sind vor allem Lebensmittel, die einem durch Mikroorganismen oder Bakterien unterstützten Reifungsprozess unterliegen. Histamin ist außerdem der Stoff, der bei einer allergischen Reaktion im Körper freigesetzt wird.


Histamin-Intoleranz ist keine Allergie

Eine Histamin-Intoleranz zählt nicht zur klassischen Nahrungsmittelallergie, da bei einer Histamin-Intoleranz das Immunsystem nicht direkt beteiligt ist, d.h. es werden keine spezifischen IgE-Antikörper gebildet.

Bei der Histaminintoleranz handelt es sich um eine Pseudoallergie.
Als Pseudoallergien werden Erkrankungen bezeichnet, deren Symptome denen einer Allergie ähneln. Eine echte Reaktion mit Beteiligung des Immunsystems findet jedoch nicht statt. Grund für die Symptome ist die Histaminanreicherung im Körper. Die Ursache liegt jedoch nicht in einer Immunreaktion sondern im Verzehr besonders histaminreicher Nahrungsmittel und einem gleichzeitig vermindertem Abbau im Verdauungstrakt.


Histamin – Was ist das?

Der Verzehr von Histamin ist normalerweise unbedenklich, denn das aufgenommene Histamin wird von körpereigenen Enzymen rasch abgebaut. Bei einer Histaminintoleranz ist der Abbau jedoch verzögert oder gestört und das Histamin sammelt sich im Körper an. Ein erhöhter Histaminspiegel kann dann zu allergieähnlichen Symptomen führen, obwohl es sich im eigentlichen Sinne nicht um eine „echte Allergie“ handelt.

Histamin ist ein biogenes Amin, das aus der Aminosäure Histidin gebildet wird. Aminosäuren sind Bausteine der natürlichen Proteine. Histamin ist ein Botenstoff für Entzündungsreaktionen im Organismus, stimuliert die Kontraktion der glatten Muskulatur, die Magensäure-Sektion und hemmt bestimmte Zellen des Immunsystems.

Histamin ist in praktisch jedem Nahrungsmittel enthalten, besonders jedoch in Nahrungsmitteln, die mit Hilfe von Bakterien hergestellt wurden. Da sich der Körper wirksam vor dieser biologisch hochpotenten Substanz schützen muss, gibt es bereits im Darm eine erste Barriere gegen Histamin.

Die Zellen der Darmschleimhaut, die Enterozyten, produzieren ein Enzym, das Histamin abbauen kann. Dieses Enzym zum Abbau heisst Diaminooxidase (kurz: DAO). Es findet sich hauptsächlich im Dünndarm, in der Leber, den Nieren und im Blut in den weißen Blutkörperchen. DAO wird kontinuierlich produziert und in das Darmlumen abgegeben. Somit wird bei einem gesunden Mensch die histaminreiche Nahrung bereits im Darm weitgehend vom Histamin befreit. Das verbleibende Histamin wird beim Durchtritt durch die Darmschleimhaut von der dort sitzenden DAO abgebaut. Cofaktoren der DAO sind das Vitamin B6 und das Vitamin C. DAO ist ein empfindliches Enzym, das von anderen biogenen Aminen, Alkohol oder auch Medikamenten gehemmt werden kann, bei entzündlichen Darmerkrankungen ist sie vermindert.


Symptome der Histamin-Intoleranz

Die Symptome der Histaminintoleranz machen sich meist einige Minuten bis eine Stunde nach dem Konsum histaminreicher beziehungsweise histaminfreisetzender Nahrungsmittel bemerkbar. Es treten aber nicht immer alle Symptome auf. Die Symptome sind individuell sehr unterschiedlich.

Sie entsprechen weitgehend den Symptomen, die das Histamin auch bei Allergien auslöst.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Unverträglichkeiten können bei der Histaminintoleranz lebensbedrohliche Zustände eintreten!

Symptome, die das Histamin auslösen kann:

  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Magen-Darm-Beschwerden

    Durchfälle

    Bauchschmerzen

    Blähungen (Flatulenz)

    Sodbrennen

    Brechreiz

    Übelkeit

  • Hauterkrankungen

    Urtikaria (Nesselsucht, Nesselfiber)

    Hautrötungen und Hitzewallungen (Flushreaktionen)

    Schwellungen der Augenlider

    Ekzeme, Quaddeln, Juckreiz

  • Laufende Nase
  • Verstopfte Nase
  • Asthma
  • Herz-/Kreislaufbeschwerden

    Herzrasen (Tachykardie)

    Herzstoplpern (Extrasystolen)

    Herzrhythmusstörungen)

    niedriger Blutdruck (Hypotonie)

  • Allgemeinbefinden

    Schlafstörungen

    Erschöpfungszustände

    Gliederschmerzen

  • Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung
  • Regelbeschwerden, besonders am ersten Tag der Regel, PMS (Dysmenorrhoe)
  • Heißhunger
  • Seekrankheit


Ursachen der Histaminintoleranz

Nach dem bisherigen Forschungsstand ist die Histamin-Intoleranz nicht angeboren, also nicht genetisch bedingt. Das Krankheitsbild wird erst im Laufe des Lebens erworben.

Da 80% der erkrankten Patienten weiblich sind und sich insbesondere in der Altersgruppe um die 40 Jahre finden, liegt ein Zusammenhang mit der Abnahme von weiblichen Geschlechtshormonen nahe.

Aber auch bestimmte Arzneimittel können das histaminabbauende Enzym über mehrere Wochen hemmen.

Der KÖrper zeigt dann Symptome, wenn der Organismus mit mehr Histamin belastet wird, als er gegenwärtig abbauen kann. Für den Organismus ist es unerheblich, aus welcher Quelle das Histamin kommt. Es kann einerseits vom Körper selbst produziert sein, mit der Nahrung aufgenommen oder durch allergische Erkrankungen (wie z.B. Heuschnupfen) im Körper ausgeschüttet werden.

Menschen die an einer pollenassoziierte Nahrungsmittel-Allergie leiden, haben statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko gleichzeitig Histamin-intolerant zu sein.1

Das Missverhältnis zwischen Zufuhr und Abbau von Histamin kann folgende Ursachen haben:

Die Nahrung enthält zu viel Histamin

Für eine Histaminüberlastung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Aufnahme von Histamin durch die Nahrung steht dabei an erster Stelle. Die Nahrung ist allerdings nicht von Natur aus histaminreich, sondern Reifungs- und Gärungsprozesse steigern den Histamingehalt in den Nahrungsmitteln. Vor allem in Nahrungsmitteln, denen für die Reifung Bakterien zugesetzt wurden, findet man hohe Histaminkonzentrationen, z. B. Rotwein, geräuchertes Fleisch, Fischkonserven, Käse, Sauerkraut etc.

Histamin-Liberatoren fördern die Ausschüttung von Histamin

Auch der Verzehr von Histaminliberatoren, die das körpereigene Histamin freisetzen, belasten den Körper. Typische Histaminliberatoren sind Eiweiß, Erdbeeren und Fisch. Alkohol fördert nicht nur die Freisetzung körpereigenen Histamins, sondern hemmt zusätzlich die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO), das für den Abbau von Histamin zuständig ist.

Das Abbauenzym Diaminooxidase (DAO) wird durch andere Amine blockiert

Histamin ist ein biogenes Amin. Werden mit der Nahrung andere biogene Amine aufgenommen, dann werden diese noch vor dem Histamin durch DAO abgebaut, weil DAO auf sie empfindlicher reagiert, als auf Histamin. So kann es zu einer Überlastung des menschlichen Körpers mit Histamin kommen.

Verstärkte Ausschüttung von Histamin

Einige biogene Amine sind in der Lage, das Enzym Diaminoxidase zu hemmen oder sie führen zu einer verstärkten Ausschüttung von Histamin. Auf diese Weise kann auch Nahrung, die kein Histamin, dafür aber andere biogene Amine enthält, Beschwerden hervorrufen.

Hemmung des Histaminabbaus

Die Hemmung der DAO hat ebenfalls eine negative Wirkung auf die Histaminbilanz. Zahlreiche Medikamente wie z.B. Schlaf- und Schmerzmittel, hustenlösende Arzneimittel und bestimmte Medikamente gegen Rheuma hemmen die Wirkung der Diaminoxidase. Auch Alkohol wirkt sich negativ auf die Aktivität von DAO aus. Zudem haben bestimmte Alkoholika von sich aus schon einen hohen Histamingehalt, denn beispielsweise Rotwein und Bier werden zur Reifung bzw. zur Gärung Bakterien zugesetzt, die während des Reifungsprozesses Histamin bilden.

Erkrankungen können die HIT verschlimmern

Liegt ein Magen-Darm-Infekt wie z. B. Durchfall oder eine durchfallartige Störung vor, kann die Dünndarmschleimhaut, die das Enzym Diaminoxidase enthält, ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen. Normalerweise kommt es in solchen Fällen allerdings nur zu einer kurzzeitigen Histaminintoleranz. Ist die Darmschleimhaut regeneriert, kann das Enzym DAO Histamin wieder abbauen.


Diagnose der Histamin-Intoleranz

Da die Enzymaktivität von vielen Faktoren abhängt, muss die Vorgeschichte des Patienten und das Beschwerdebild zu Beginn der Behandlung gründlich in einem intensiven Gespräch mit dem Arzt besprochen werden (Anamnese).

Bluttest

Die Bestimmung der Histaminabbaukapazität des Organismus erfolgt über einen Bluttest im Labor. Hier wird die Aktivität der Diaminoxidase (DAO) ermittelt.
Auch die Konzentration des Histamins im Blut sollte gemessen werden.

Bei an Histaminintoleranz erkrankten Personen ist die Aktivität der DAO auf die Hälfte bis ein Drittel der Normalaktivität reduziert. In Extremfällen ist sie sogar auf bis zu einem Zehntel verringert.

Interpretation der Messergebnisse

Je niedriger der festgestellte Wert der Diaminoxidase desto wahrscheinlicher ist eine Histaminintoleranz.

  • Liegt der Wert unter 3 U/ml ist eine Histaminintoleranz anzunehmen
  • Bis 10 U/ml ist eine Histaminintoleranz wahrscheinlich.
  • Bei Werten über 10 U/ml ist eine Histaminintoleranz wenig wahrscheinlich.

Beschwerde-/Ernährungstagebuch

Um die Symptome und eine Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln zu erforschen, ist es ratsam vor dem Arztbesuch ein Beschwerde-/Ernährungstagebuch zu führen. Erst in der Beobachtung über einen längeren Zeitraum ist ein Rückschluss über die Herkunft von Beschwerden möglich.

Sehr häufig gehen mit der Histamin-Unverträglichkeit eine oder mehrere andere Unverträglichkeiten einher. Auch dem behandelnden Arzt fällt damit eine Eingrenzung der Symptome und Ursachen deutlich leichter.

Verdacht auf Magen-Darm-Entzündungen nachgehen

Eine Histaminintoleranz kann durch eine Magen-Darm-Entzündungen hervorgerufen werden. Die gestörte Schleimhaut des Darms kann dann vorübergehend das Enzym DAO nicht mehr bilden. Auch Erkrankungen anderer Entgiftungsorgane wie Leber oder Nieren sind auszuschließen.

Bei einer ausgeprägten Nahrungsmittelintoleranz besteht vielfach ein Leaky-Gut-Syndrom (Durchlässigkeit der Darmschleimhaut). Es wandern allergieauslösende Stoffe und Histamin in die Blutbahn, die bei einem gesunden Menschen nicht dorthin gelangen könnten.


Wie behandelt man eine Histaminunverträglichkeit?

Die wichtigsten therapeutischen Maßnahmen sind:

Akute Hilfe durch Antihistaminika

In akuten lebensbedrohlichen Fällen, wie beim anaphylaktischen Schock, werden schnell wirkende Antihistaminika durch den Arzt verordnet.

Langfristige Behandlung mit einer histaminarmen Diät

Für die längerfristige Behandlung sollten auf jeden Fall eine histaminfreie bzw. histaminarme Diät eingehalten werden. Grundlage für die Ernährungsumstellung ist eine Eliminationsdiät über einen Zeitraum von 5 Wochen bis zu 3 Monaten. In dieser Zeit sind die histaminreichen und histamin-freisetzenden Lebensmittel (Histaminliberatoren) zu meiden.

Enzym Diaminoxidase in Tablettenform als Nahrungsergänzungspräparat

Die fehlende Diaminooxidase kann mit DAO-haltigen Kapseln substituiert werden. Das auf dem Markt erhältliche Medikament heisst DAOsin.

Einnahme von Vitamin C

In einigen Fällen kann eine therapeutische Verabreichung von hochdosiertem Vitamin C sinnvoll sein. Da Vitamin C den Histaminabbau im Körper begünstigt, kann eine Ergänzung sich positiv auf das Histaimgleichgewicht auswirken. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 0,5 – 1,0 gr.

Einnahme von Vitamin B6

In einigen Fällen kann eine therapeutische Verabreichung von hochdosiertem Vitamin B6 sinnvoll. Da Vitamin B6 wichtig für Synthese der DAO im Darm wichtig ist keine eine Ergänzung positive Wirkung entfalten. Dies ist jedoch nur angezeigt, wenn ein Mangel von Vitamin B6 nachgewiesen ist.D ie empfohlene Tagesdosis beträgt 1,2 mg.

Vermeiden von Medikamenten, die Histamin freisetzen und/oder die DAO hemmen


histaminarme Ernährung bei Histaminintoleranz

Das Vermeiden von histaminhaltigen Speisen und Getränken ist die Grundvoraussetzung. Recherchieren Sie histaminarme Rezepte auf Kochen-OHNE

Dabei ist zu beachten, dass der Histamingehalt mit zunehmender Reifung oder Gärung der Nahrungsmittel steigt. Die wichtigste Regel lautet, Lebensmittel möglichst frisch zu verzehren.

Allgemeines Grundwissen für eine histaminarme Ernährung:

  • Je länger ein Lebensmittel lagert, desto mehr ist es mit Histamin belastet. Darum sollten die Produkte so frisch wie möglich verzehrt werden. Übrig gebliebene und wiederholt aufgewärmte Speisen können deshalb zu Unverträglichkeiten führen.
  • Histamin ist hitze- und kältestabil. Darum wird es weder durch Backen, Braten, Kochen oder Tiefkühlen zerstört.
  • Alkohol sollte gemieden werden, da dieser das Histamin abbauende Enzym (Diaminoxidase) hemmt.
  • Da Histamin in Flüssigkeiten besser aufgenommen (resorbiert) wird, sind histaminhaltige Getränke besonders schädlich. Ein Glas Wein oder Bier zum Essen ist daher besonders zu meiden
  • Am Besten verträglich sind Speisen, die selbst zubereitet (ohne Zusatzstoffe) und nicht fertig gekauft werden.
  • Wichtig ist auch darauf zu achten, Speisen und Getränke nicht zu warm zu sich zu nehmen, da dies zu einer Degranulation (Ausschüttung) der Mastzellen und damit zu Symptomen führen kann.

Es gibt lediglich eine Auflistung von Lebensmitteln, die als ungeeignet gelten. Der Patient muss selbst testen, was er verträgt und was nicht, oder welche Lebensmittel er eventuell in kleinen Mengen zu sich nehmen kann. Was vertragen wird, kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein, dies scheint unter anderem damit zusammen zu hängen, ob bereits histaminhaltige Nahrungsmittel zu sich genommen wurden.

In der nachfolgendenListe der „nicht geeigneten“ Lebensmittel wurden neben histaminreichen auch tyraminhaltige Nahrungsmittel eingearbeitet.
Tyramin gehört zu den Biogenen Aminen, die den Abbau von Histamin hemmen und darum ebenso (je nach individueller Verträglichkeit) gemieden werden sollten.


Histamingehalte von Lebensmitteln

Nahrungsmittel, die einen hohen Histamingehalt haben:

  • Eingelegte/konservierte Lebensmittel
  • Geräuchertes Fleisch, Salami, Schinken, Innereien
  • Viele Fischprodukte, insbesondere Fischkonserven
  • Meeresfische: Hering, Sardelle, Makrele, Thunfisch, Sardine, Rollmöpse, Russen, Goldbarsch
  • Süßwasserfische: Hecht, Lachs, Forelle, Aal, Flußbarsch (z.B. Victoria-), Karpfen, Felchen, Schleie, Wels, Zander, Pangasius, Tilapia, Flußbrassen Meeresfrüchte, Schalentiere gereifte Käsesorten (je höher der Reifegrad, desto höher der Histamingehalt)
  • Einige Gemüsesorten (Sauerkraut, Tomaten, Melanzani (Auberginen), Spinat, Avocados
  • Einige Obstsorten (alle Citrusfrüchte (z. B. Orange, Mandarine, Grapefruit, Zitrone), Bananen, Rote Pflaumen, Birnen, Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren)
  • Alle eingelegten Gemüse aus der Dose/dem Glas
  • Bohnen und Hülsenfrüchte (besonders Kichererbsen und Sojabohnen, auch Erdnüsse)
  • Sojaprodukte (Sojamilch, Sojasahne, Tofu, Sojasoße)
  • Produkte aus Weizen
  • Bestimmte Biersorten wie Hefeweizen,
  • (Rot)Wein
  • Orangen-, Grapefruit-, Zitronen-, Ananas-, Bananen-, Erdbeer-, Himbeer-,Tomaten- , Multivitamin- und Sauerkrautsaft
  • lactosefreie Milch (Berichte durch HIT-Betroffene)
  • Schwarzer Tee, Kaffee Schokolade,
  • Kakao, Marzipan, Nougat, Knabbergebäck,
  • Süßigkeiten mit Konservierungs- und/oder Farbstoffen
  • Nüsse, Walnüsse, Cashewkerne
  • Hefe
  • Weinessig (besonders Rotweinessig),
  • Tafelessig
  • scharfe Gewürze begünstigen die Histaminaufnahme im Magen- Darmsystem

Nahrungsmittel, die Histamin im körper freisetzen (Histaminliberatoren, enthalten biogene Amine):

  • Zitrusfrüchte ( Orangen, Grapefruit, Zitrone)
  • Früchte: Ananas, Bananen, Birnen, Pflaumen, Papaya, Fruchtsäfte,Erdbeeren, Himbeeren, Avocado, Kiwi
  • Nüsse, insbesondere Walnüsse, Cashewnüsse
  • Gemüse: Tomaten, Hülsenfrüchte, Champignons, Weizenkeime
  • Kakao und Schokolade
  • Zusatzstoffe wie z. B. Glutamat, Benzoate, Farbstoffe, Sulfite, Nitrite

Diaminoxidase blockierende Nahrungsmittel:

  • Alkohol
  • Kakao
  • schwarzer und grüner Tee
  • Mate Tee
  • Energy Drinks (Bestandteil Theobromin blockiert die DAO)

 

Nahrungsmittel, die problematische Substanz bei HIT enthalten, ein Histaminliberator sind oder die DAO blockieren:

  • Aubergine (=Melanzane)-Histamin
  • Bier-Tyramin, Histamin
  • Eiweiss-Histaminliberatoren
  • Fermentierte Nahrungsmittel-vasoaktive Amine
  • Getreide-Histaminliberatoren,
  • Schimmeltoxine (Aflatoxine) Japanische Hirse-Schimmeltoxine (Aflatoxine) Kokosnuss-Schimmeltoxine (Aflatoxine) Mais-Schimmeltoxine (Aflatoxine)
  • Paprika-Capsaicin
  • Schweinefleisch-Histaminliberatore
  • Spinat-Histamin
  • Zitrusfrüchte-vasoaktive Amine,
  • Tyramin,
  • Chlorogensäure

Zusatzstoffe mit Histamin:

Farbstoffe:

  • Tartrazin (E 102),
  • Chinolingelb (E-102),
  • Gelborange S (E 110),
  • Azorubin (E 122),
  • Amaranth (E 123),
  • Cochenillerot A (E 124),
  • Erythrosin (E 127)

Konservierungsstoffe:

  • Sorbinsäure und Salze (E 200-203),
  • Benzoesäure und Salze (E 210-213),
  • PHB-Ester (E 220-227),
  • Dipheyl und Orthaphenyl (E 231-232),
  • Thrabenrudazol (E 223)

Sonstige:

  • Nitrate (E 251-252),
  • Glutamate (E 620-625)
  • Säureregulatoren (Di-, Tri- und Polyphosphate)

Antioxidantien:

  • Butylhydroxianisol (BHA), -droxitoluol (BHT)


Medikamente / Medikamentenwirkstoffe

Medikamentenwirkstoffe, die die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase hemmen können. Die häufigsten Wirkstoffe entnehmen Sie bitte der nachstehenden Tabelle. Histaminintolerante sollten vorsichtig mit diesen Wirkstoffen sein, Sie sollten sie allerdings niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen.


Medikamenten-Wirkstoffe  Einsatz /Wirkung
Acetylcystein  Schleimlöser
Ambroxol  Schleimlöser 
Amitriptylin  Antidepressivum 
Chloroquin  Antirheumatikum 
Clavlansäure  Antibiotikum 
Cycloserin  Antibiotikum 
Metamizol  Schmerzmittel 
Metoclopramid Magen-Darm-Mittel  
Propanidid  Narkosemittel 
Theophyllin  Asthmamittel 
Verapamil Herz-Kreislauf-Mittel  

 


Histaminarme Lebensmittel

Lebensmittel mit geringem Histamingehalt.

Aufgrund weiterer, ebenfalls vorliegenender Unverträglichkeiten/Kreuzallergien ist zu beachten, dass die Histaminarmut eines Lebensmittels allein noch nichts über seine Verträglichkeit für den Betroffenen aussagt.

  • Fleisch (frisch, gekühlt, gefroren)
  • Fisch (frisch oder tiefgefroren) Adlerfisch, Rascasse, Glattbutt, Heilbutt, Hoki, Kabeljau, Dorsch, Knurrhahn, Meerbarbe, Meerbrassen / Dorade, Merlan, Rotbarsch bzw. Goldbarsch, (Alaska-)Seelachs (Köhler), Scholle, Schellfisch,Seehecht, Seeteufel, Seezunge, Limande (Rotzunge), Lengfisch, Petersfisch, Rochen, Schwertfisch, Steinbeißer, Steinbutt, Stint)
  • Frisches Obst: Melone, Heidelbeeren (=Blaubeeren), Preiselbeeren, Litchi, Mango, Khaki, Kirschen, Johannisbeeren, Aprikosen, Äpfel
  • Frisches Gemüse: Grüner Salat, Kohlsorten, Rote Beete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Rettich, Rapunzel, Paprika, Karotten, Brokkoli, Kartoffeln, Gurke, Lauch, Zucchini, Mais, Spargel, Knoblauch, Rhabarber
  • Getreide, Teigwaren (Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, Hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot, Reis, Haferflocken, Reiswaffeln Mais-, Reis-, Hirsemehl)
  • Milchersatz (Reis-, Hafer-, Kokosmilch)
  • Obst- und Gemüsesäfte (ausgenommen Orangen-, Grapefruit-, Zitronen-, Ananas-, Bananen-, Erdbeer-, Himbeer-,Tomaten- , Multivitamin- und Sauerkrautsaft, sowie Säfte aus anderen bei HI nicht geeigneten Obst- und Gemüsesorten)
  • Tees: Kräutertee, Grüner Tee
  • Akoholische Getränke: Untergärige Biere, klare Schnäpse (Wodka, Rum etc.), Weißweine
  • Proteine: Eigelb, Lopino (strittig, da ebenfalls Hülsenfrucht)


Quellen:
1.) Histaminintoleranz, Histamin und Seekrankheit, 2. Auflage 2004, Prof. Dr. Reinhart Jarisch (hrsg.), Thieme Verlag Stuttgart
2.) Deutscher Allergie- und Asthmabund (daab) e.V.
3.) Wikipedia.de
4.) medinfo.de
5.) was-wir-essen.de/ aid Infodienst, Bonn